Tumor am Auge - Zur Operation von Durga Das aus der Mainpost
    30. August 2004, Zeitung: Mainpost, Andreas Jungbauer

    Rund 6000 Euro aus der Region Würzburg für Behandlung der kleinen Durga Das aus Indien

WÜRZBURG Durga Das, das kleine schwer kranke Mädchen aus Indien (wir berichteten) hat die Tumoroperation am Kopf gut überstanden. Der Eingriff wurde am Freitag von einem sechsköpfigen Ärzteteam in einer privaten Spezialklinik in Kalkutta vorgenommen und dauerte rund elf Stunden. Um eine Behandlung zu ermöglichen, war auch aus Würzburg und Umgebung viel Geld gespendet worden - laut Bidhan Roy, Vorsitzender der Gandhi-Kinderhilfe, allein aus dieser Region rund 6000 Euro.
Das Schicksal des sechsjährigen Mädchens aus ärmsten Verhältnissen hat auch in Indien die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen. Selbst das Fernsehen hat die Operation verfolgt. Roy - er lebt seit 41 Jahren in Deutschland und bricht in wenigen Tagen wieder für drei Monate nach Indien auf - ist nach eigenen Worten "glücklich und erleichtert" über den guten Verlauf der schwierigen Operation. Sie sei nicht ohne Risiken gewesen. Er dankt ausdrücklich allen Spendern für die finanzielle Hilfe.
Die operierenden Ärzte haben laut Roy zwar auf Honorare verzichtet. Trotzdem kostet die Behandlung viel Geld, rund 200 Euro pro Krankenhaustag. Bis dato, so Roy, sind Rechnungen über 5000 Euro angefallen. Und Durga Das wird voraussichtlich noch mehrere Wochen zur Nachsorge in der Klinik bleiben müssen. An eine Rückkehr in ihr Heimatdorf ist im Moment noch nicht zu denken. Der Vater ist derzeit bei ihr. Über die ärztliche Versorgung von Durga hinaus hat sich die Gandhi Kinderhilfe entschlossen, die Familie des Mädchens materiell in dieser prekären Situation zu unterstützen. Und für die weitere Entwicklung des Mädchens gilt das Prinzip Hoffnung.
Obwohl sich die operationsbedingten Schwellungen erst zurückbilden müssen, kann Durga wieder mit beiden Augen sehen. Außerdem hat ein plastischer Chirurg die äußere Entstellung durch den Tumor korrigiert. An Geschwülsten "haben die Ärzte viel herausgeholt", beschreibt Bidhan Roy den Operationsverlauf. Trotzdem wollen die Mediziner nicht ausschließen, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein weiterer Eingriff nötig werden könnte. Wie berichtet, war man an der Uni-Klinik Würzburg skeptisch, ob die Krankheit operativ in den Griff zu bekommen ist. Die Ärzte in Indien dagegen gingen davon aus, dass das Mädchen ohne eine Operation sterben müsste.

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