Lernen ohne Wasser

    Wichtige Dortmunder Aufbauhilfe in Indien/Don Bosco führt die Projekte weiter
    Samstag, den 31. März 2007, Zeitung: Dortmunder Zeitung

33 000 Einwohner, zehn Grundschulen, keine einzige davon mit fließend Wasser oder Toiletten. Das sind Eckdaten, die die Gandhi Kinderhilfe alarmieren. Ex-Dortmunder Bidhan Roy setzt mit dieser Hilfsorganisation in Indien das Werk seines Vaters fort, hilft vor Ort so gut er kann, sammelt Spenden, ermöglicht jungen Menschen aus Deutschland und anderen Ländern regelmäßig Arbeits-Aufenthalte in den Einrichtungen seiner Organisation in West-Bengalen. Waisenhaus, Heim für Behinderte, Ausbildungszentrum, Schule, Gesundheits-Zentrum, neuerdings sogar eine christliche Kapelle, errichtet von dem Hindu Roy, stehen in Jemo, jener Kleinstadt, deren Grundschulen so katastrophal ausgestattet sind. „Wir bauen Wasserpumpen und jedes Jahr eine Toilettenanlage in den Schulen", verspricht der Inder. Mit leeren Händen kehrte er auch nicht in das Gandhi-Kinderdorf zurück, das Roy Anfang des Jahres besuchte. Er brachte zwei Kühe mit, sechs Nähmaschinen, fünf Rikschas und baute mit Helfern drei Brunnen.

Richtig anpacken gelernt haben in diesem äußerst armen Teil Indiens bereits drei junge Dortmunderinnen (wir berichteten). Gesine Miriam Marwedel half 2005 in dem Waisenheim der Gandhi Kinderhilfe, die Studentinnen Jasmin Menke und Janina Philipp folgten ihr im Juli 2006. Als sie Ende Oktober reich an erschütternden sozialen Eindrücken zurück kehrten, konnten die damals 23-Jährigen keineswegs über das klagen, was alle fürchten, die nach Indien fliegen: Nein, sie seien nicht krank geworden, betont Bidhan Roy.

Der Leiter der Organisation stammt selber aus Jemo, kam 1963 nach Dortmund, arbeitete als Betriebsleiter bei Thyssen, lebt aber inzwischen im hessischen Bad Camberg. Bereits sein Vater, ein Arzt, engagierte sich in der Heimat. Der Sohn regelt nun seinen eigenen Nachlass: „Wir arbeiten seit Mitte Oktober mit der Don Bosco Organisation zusammen. Die Salesianer Don Boscos unterhalten in Indien eine riesige Organisation. Nach fünfjähriger Übergangszeit übernehmen sie unsere Einrichtungen ganz. Der Name Gandhi Kinderhilfe bleibt aber bestehen.
Näheres über Tel. 06434/5471 oder www.gandhi-kinderhilfe.de


Freude über eine weitere Fahrrad-Rikscha. Insgesamt fünf hier von verteilte Roy an seine Einrichtungen.

Jasmin Menke (I.) und Janina Philipp halfen in Indien.


Bidhan Roy (hinten) besuchte seine Hilfseinrichtungen in West-Bengalen zuletzt Anfang des Jahres.
Fenster schließenprint