50 Paten aus Weilburg helfen mit
    Bidhan Roy war mehrere Wochen bei der Gandhi-Kinderhilfe in Indien
    Weilburger Anzeiger am 10. April 2005
Bad Camberg. Die letzten zweieinhalb Monate war Bidhan Roy, Vorsitzender der Gandhi-Kinderhilfe Bad Camberg, persönlich im Zentrum des Vereins in Jemo, um es voranzubringen. Sein Einsatz und der vieler ehrenamtlicher Helfer aus Deutschland, die ein paar Wochen oder Monate als Helfer vor Ort waren, und Einheimischer hat sich ausgezahlt. Das Projekt konnte wieder einmal entscheidend vorangebracht werden.

Beispielsweise wurden 500 Quadratmeter Land angekauft, um den derzeit 18 im Hilfszentrum betreuten Waisen landwirtschaftliche Grundkenntnisse für die Sicherung ihrer Zukunft vermitteln zu können.
"Jedes Kind bekommt ein Stück Land, auf dem es Pflanzen und Ernten lernen kann", berichtet Roy. Als nächster Schritt sollten dann Kühe angeschafft werden. Ein Teil der Milch solle für den Eigenbedarf eingesetzt werden, ein Teil verkauft werden.
Aus dem Kuhmist werde zudem, wie der Vorsitzende berichtet, mit einer Biogasanlage Energie gewonnen, die unter anderem zum Kochen eingesetzt werden solle. Ebenfalls wurde im medizinischen Zentrum der Kinderhilfe in Jemo ein neuer kleiner Operationsraum gebaut, wo Operationen unter örtlicher Betäubung wie die Entfernung von Tumoren für Arme kostenlos durchgeführt werden können.

Sechs Nähmaschinen wurden ausgegeben

80 Personen werden dort außerdem pro Monat mit einem Lasergerät von Augenärzten künftig vom "grauen Star" befreit. Neu gebaut wurde des weiteren eine neue Küche, wo die fünf Bewohnerinnen des Altenheimes sich und den Waisenkindern ihr Essen zubereiten können.
Damit arme Leute sich eine eigene Existenz aufbauen können, wurden sechs Nähmaschinen an Frauen ausgegeben. Und eine Familie bekam eine Kuh. Ebenfalls bekam ein Obsthändler unter der Bedingung einen kleinen Laden eingerichtet, dass er das Hilfszentrum mit frischer Ware versorgen muss.
Zwei fremde Schulen erhielten von der Kinderhilfe laut Roy Wasserpumpen und eine neue Toilettenanlage. Ebenfalls freut den Vorsitzenden, dass der deutsche Vizekonsul aus Kalkutta, Ernst Schwering, der Kinderhilfe bei einem persönlichen Besuch seine Unterstützung gerade für die Projekte mit Kindern und Jugendlichen zugesagt hat.
"Wir können alles aber nur machen, weil wir alle ehrenamtlich arbeiten", sagt Roy. Das heißt, sogar die Indienflüge zahlen alle Ehrenamtlichen nicht aus der Vereinskasse, sondern aus eigener Tasche.
Bidhan Roy freut sich natürlich, wenn medizinisch oder pädagogisch ausgebildete Interessenten, aber auch andere Freiwillige das Hilfszentrum durch ihre vorübergehende Mitarbeit unterstützen. Die Übernachtung und Verpflegung vor Ort ist für diese frei.
"Mir ist es wichtig, dass viele Leute unsere Einrichtung besuchen. Nicht nur, weil sie unserer Arbeit neue Impulse geben, sondern in Deutschland dann anderen wieder berichten können, was wir in Indien erreichen und dass jeder Cent dort ankommt, wo er benötigt wird", sagt Roy.
Natürlich braucht er auch Spender. Für 50 Euro kann er zum Beispiel eine Nähmaschine kaufen, für 250 Euro eine Kuh oder Wasserpumpe. Die Patenschaft für ein armes Schulkind kostet sechs Euro pro Monat, die für im Zentrum lebende Waisenkinder 20 Euro. "Ich freue mich, dass wir alleine mittlerweile 50 Paten im Bereich Weilburg haben", dankt der Vorsitzende.

Deutscher Leiter für Hilfszentrum gesucht

Wer mehr über die Gandhi-Kinderhilfe erfahren will, erreicht die Homepage im Internet unter www.gandhi-kinderhilfe.de. Bidhan Roy gibt aber auch gerne persönlich unter (0 64 34) 54 71 oder e-Mail info@gandhi-kinderhilfe.de Auskunft. Er sucht übrigens schnellstmöglich dauerhaft einen deutschen Leiter für das indische Hilfszentrum, idealerweise einen Pensionär mit guten Englischkenntnissen.

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