Gandhi-Kinderhilfe zog eine sehr positive Bilanz
    Die Operation von Durga Das stand im Mittelpunkt der Hauptversammlung
    Nassauischen Neue Presse am 6. September 2004
BAD CAMBERG - Bei der jährlichen Hauptversammlung der Gandhi Kinderhilfe Bad Camberg e.V., ein Verein zur Förderung behinderter und armer Kinder in Indien, präsentierte der 1. Vorsitzende, Bidhan Roy, am vergangenen Freitag im Bürgerhaus Kurhaus Bad Camberg die Aktionen und Hilfeleistungen des vergangenen Jahres. Der wohl größte Erfolg des Vereins zeichnete sich erst vor wenigen Tagen ab als bekannt wurde, dass die sechsjährige Durga die schwere Augenoperation gut überstanden hatte.

Schon vor einiger Zeit rief der Verein über die Presse zu einer großen Spendenaktion auf, denn dem kleinen indischen Mädchen musste dringend geholfen werden. Ein riesiger Tumor am linken Auge, der bis in die Gehirnregion wucherte, bedrohte das Leben der kleinen Durga. Da ihr Vater ein Tagelöhner ist, war die Familie auf fremde Hilfe angewiesen, Dank der vielen eingegangenen Spenden operierte ein sechsköpfiges Ärzteteam elf Stunden lang in einer Spezialklinik in Kalkutta das kleine Mädchen - mit Erfolg! Nach nur einer Woche konnte sie bereits die Intensivstation verlassen. Rund 1.000 Euro kostete alleine die aufwendige Operation, die ohne die Gandhi Kinderhilfe bzw. die vielen Spenden nicht möglich gewesen wäre. Insgesamt belaufen sich die Kosten jedoch auf das sechs- bis achtfache, denn ein Tag Intensivstation kostet bereits 200€ pro Tag. Entdeckt wurde das kleine Mädchen während des "Eye-Camps" im März von Daniela Werner, einer Praktikantin aus München. Jedes Jahr veranstaltet Bidhan Roy in Jemo, West-Bengalen, dieses "Eye-Camp". Im dortigen Behindertenheim und Waisenhaus der "Gandhi-Kinderhilfe" erhält die arme Bevölkerung jährlich einmal die Möglichkeit, sich kostenlos die Augen untersuchen zu lassen. Vier Augenärzte sowie Optiker und Krankenschwestern kamen dazu extra 150 Kilometer aus Kalkutta angereist. Es konnten in 2 Tagen jedoch nur 400 der 700 erschienenen Leute untersucht werden. Rund 260 Brillen, die Optiker aus Bad Camberg und Hadamar spendeten, konnten an diese Menschen verteilt werden. Herr Roy berichtete des Weiteren, dass mit Hilfe des deutschen Konsulats in Kalkutta das medizinische Zentrum der Gandhi Kinderhilfe in Jemo erweitert werden konnte. Es konnte auch eine neue Zufahrt für die neueren Einrichtungen erbaut werden. Zuvor war eine Anfahrt nur über fremdes Privatgelände möglich, was oft mit großen Schwierigkeiten verbunden war. Darüber hinaus wurden drei neue Wasserpumpen installiert und das Projekt "Hilfe zur Selbsthilfe" gestartet. Fünf Rikschas konnten so fünf Familienvätern die Unabhängigkeit schenken. Auch kleinere Projekte, die nur wenig Geld kosteten, konnten große Wirkung erzielen: so verteilten die HelferInnen der Gandhi Kinderhilfe frisches Obst an Patienten in Krankenhäusern.

Rainer Brem (Kassenprüfer), Gisela Roy (Schriftführerin), Brigitte Bang (Kassenwärterin), Ursula Schüßler und Bidhan Roy (1. Vorsitzender, v.l.). Hinten die PraktikantInnen, die von Februar bis März in Jemo waren: Tim Mohr (Dreikirchen), Daniela Werner (München) und Markus Zieroff (Würzburg)
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